Digitale Produktentwicklung: Warum Softwaredienstleister heute mehr leisten müssen als nur Programmieren
Unser CTO Sebastian Betzin erläutert im Interview, worauf es heutzutage bei der Entwicklung digitaler Produkte ankommt.

Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis eines Senior Business Development Managers
Warum wir die eigentliche Herausforderung oft falsch interpretieren
Seit über zehn Jahren begleite ich Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation. Ob Konzern, Mittelständler oder ambitioniertes Scale-up auf Wachstumskurs – in den ersten Gesprächen höre ich fast immer die gleichen Sätze:
Alle diese Aussagen sind legitim. Aber sie greifen zu kurz. Denn das wahre Problem ist nicht, ob Software individuell entwickelt oder eingekauft wird. Die eigentliche Herausforderung liegt tiefer: im belastbaren Geschäftsmodell.
Ein Unternehmen, das sein Geschäftsmodell nicht regelmäßig hinterfragt und weiterentwickelt, baut Software für die Vergangenheit – nicht für die Zukunft.
Und genau hier setzt meine Arbeit als Business Development Manager bei generic.de an. Wir sehen Software nicht als Produkt, sondern als strategisches Werkzeug zur Geschäftsmodelltransformation.
Deshalb steht für uns die Identifikation eines wertschöpfenden Geschäftsmodells im Vordergrund, um nachfolgend ein Software-Produkt zu entwickeln, dass die Zukunftsfähigkeit unserer Kunden unterstützt.
Geschäftsmodelltransformation: Der blinde Fleck vieler Unternehmen
Die meisten Organisationen gehen Digitalisierung an, wie eine Renovierung: Wände streichen, Möbel austauschen, optisches Aufhübschen, aber das Fundament bleibt das Alte.
In der Praxis bedeutet das: Prozesse werden digitalisiert, Daten werden gesammelt, eine App oder ein neues ERP-System wird eingeführt – und das alles häufig ohne die passenden Grundstrukturen. Die Art, wie Wert geschaffen und monetarisiert wird, bleibt dabei meistens unbeachtet.
Das funktioniert solange, wie der Markt sich nicht verändert. Aber Wandel ist am aktuellen Markt die einzige Konstante.
Der Markt ist heute nicht mehr der, der er gestern war und so kommen wir immer wieder zum gleichen Ergebnis: Unternehmen wirken moderner und arbeiten digitaler, aber sie halten immer noch an ihrer alten Kernwertschöpfung fest – und die ist höchst anfällig, wenn ein neuer Wettbewerber das eigene Geschäftsmodell obsolet werden lässt. Wir wissen alle, was mit Blackberry und Nokia passiert ist.
Warum Software allein nicht reicht
Software ist heute Commodity. Jeder kann Software entwickeln lassen – in Indien, Osteuropa oder von einem Freelancer.
Die wahre Herausforderung ist nicht die Software sondern das richtige Geschäftsmodell
Aber: Was unterscheidet erfolgreiche Unternehmen von allen anderen?
Es ist nicht die Programmiersprache, nicht das Framework und es sind nicht die Kosten.
Es ist die Fähigkeit, Software so zu entwickeln, dass sie ein Geschäftsmodell trägt, verstärkt oder transformiert.
Das bedeutet:
Die Rolle von Qualitätsstandards: Clean Code & DualTrack Agile
Clean Code Development
Jede Software lebt länger, als sie soll. Wer heute „schnell“ oder mit Power Apps zu kurzsichtig entwickelt, zahlt morgen doppelt. Clean Code Development ist nicht Selbstzweck, sondern die Grundlage für skalierbare und flexible Geschäftsmodelle.
Ein Geschäftsmodell ist kein starres Konstrukt – es entwickelt sich. Software muss das mitgehen. Nur sauberer, testbarer, erweiterbarer Code kann diese Flexibilität garantieren.
Dual Track Agile
Traditionelle Projekte starten mit einem riesigen Pflichtenheft. Und häufig stellen Unternehmen nach zwei Jahren Entwicklung fest: Der Markt ist schon wieder ganz woanders.
Dual Track Agile trennt deshalb die Arbeit in zwei Bahnen:
So entsteht Software, die von Anfang an auf Geschäftsmodell-Ebene denkt.
Von der Softwareentwicklung zur Geschäftsmodellberatung ein positives Beispiel aus der Praxis
Ein Maschinenbauer kam mit der Bitte zu uns, seine veraltete Software zu modernisieren. In unseren Gesprächen stellte sich jedoch heraus: Was der Kunde tatsächlich benötigte, war Unterstützung bei der strategischen Neuausrichtung.

Statt modernisierter Software, entstand ein neues Geschäftsmodell:
Das Unternehmen verdiente plötzlich nicht mehr nur an Hardware und Lizenzen, sondern an wiederkehrenden Services – individuell zugeschnitten auf den jeweiligen Kundenbedarf.
Genau das ist Geschäftsmodelltransformation.
Der genannte Case des Maschinenbauers ist kein Einzelfall.
Ich sehe regelmäßig, dass Unternehmen durch klug entwickelte Individualsoftware neue Geschäftsmodelle entdecken – oft ohne, dass sie es ursprünglich geplant hatten.
Einige Beispiele:
In allen Fällen war die Software nicht das Ziel, sondern der Katalysator.
Geschäftsmodell-Innovation mit generic.de
Als Solution Provider begleiten wir unsere Kunden nicht nur bei der Entwicklung, sondern schon viel früher. Unsere Methodik folgt den vier Phasen:

Gerade in den ersten beiden Phasen liegt der entscheidende Mehrwert:
So vermeiden wir, dass Software zum Selbstzweck wird. Sie wird zum strategischen Werkzeug für Transformation.
Psychologische Dimension: Warum viele Unternehmen zögern
Die Frage, warum so viele Unternehmen ihr Geschäftsmodell nicht anpacken, ist auch psychologisch spannend.
Doch genau hier entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit. Wer nur Prozesse verschönert, verliert. Wer den Mut hat, das Geschäftsmodell zu hinterfragen und zu verbessern, gewinnt auf kurze und auf lange Sicht.
Handlungsempfehlungen für Entscheider
Wenn Sie als CEO, CTO oder Business Unit Leiter gerade überneue Software nachdenken, stellen Sie sich drei Fragen:
Wenn Sie alle drei Fragen nicht klar mit „Ja“ beantworten können, brauchen Sie mehr als nur ein Entwicklerteam oder Microsoft Power Apps. Sie brauchen einen Partner, der Business versteht und Technologieintegriert.
Fazit: Transformation braucht mehr als Technologie
Die größte Aufgabe unserer Zeit ist nicht Individualsoftware zu entwickeln – das können viele.
Die Herausforderung ist, das richtige Geschäftsmodell zu finden oder das alte weiterzuentwickeln und es mit der richtigen Software zum Erfolg zu bringen.
Generic.de versteht sich dabei nicht nur als Entwickler, sondern als Solution Provider.
Wir unterstützen Unternehmen dabei, von der Idee zur tragfähigen Lösung zu kommen – und zwar mit Software, die diesen Weg nicht blockiert, sondern befeuert.
Ausblick: Die nächste Stufe
In den kommenden Jahren werden wir erleben, dass sich die Rolle von Software weiter verschiebt:
Unternehmen, die das bereits jetzt erkennen und entsprechend handeln, sichern sich den entscheidenden Vorsprung.
Schlusswort
Im Laufe meiner Karriere habe ich viel zu oft miterlebt, dass Unternehmen sich im Kleinen verlieren: Update hier, Tool dort, App da.
Um echten Mehrwert zu schaffen, sollte die Frage sein:
Wie nutzen wir Software, um unser Geschäftsmodell neu zu denken und die Zukunft zu sichern?
Wer darauf eine Antwort findet, hebt sein Unternehmen auf das nächste Level.
Wer es ignoriert, bleibt stehen – auch wenn die Software auf dem neuesten Stand ist.
Meine Empfehlung an Sie:
Unser CTO Sebastian Betzin erläutert im Interview, worauf es heutzutage bei der Entwicklung digitaler Produkte ankommt.
Ein Softwareprojekt ohne Konzept ist wie der Bau eines Hauses ohne Fundament.