Mit modu­larer Cloud-Plattform zur digitalen Bauplanung

Von der nationalen Be­messungs­software zur internationalen Platt­form für Bauelemente: Scalix®

Schöck Bauteile GmbH

Komplet­tlösung mit integrierter Frei­form­berechnung ein­malig in der Branche

Modularer Aufbau, erweiterbar um das gesamte Schöck-Produkt­portfolio

Im Einsatz in 26 Ländern, jeweils nach den dort gültigen Bau­zulassungen und Normen

Mit generic.de haben wir einen Partner gefunden, der unsere fachlich komplexen Anforderungen aus dem Bau­ingenieur­wesen nicht nur versteht, sondern in eine moderne, skalierbare Web­anwendung übersetzt.
Tim Haun
Product Owner Scalix®, Schöck Bauteile GmbH

Das Projekt

Projektdauer
Frühjahr 2020 bis Herbst 2021 (Release)
kontinuierliche Weiterentwicklung,
Implementierung weiterer Features & Module

Leistungen

  • Requirements Engineering
  • Prototyping (MVP)
  • UX-/UI-Design
  • KI-gestützte Software­entwicklung (Back-und Frontend)
  • DevOps
  • Support
  • KI-Services

Technologien

  • ASP .NET Core
  • Angular
  • Azure Active Directory B2C
  • Azure Application Insights
  • NGXS / NGRX
  • Jest, Cypress, ESLint
  • Prettier
  • Calculix
  • AutoMapper
  • Swashbuckle (Swagger UI)
  • Docker, Kubernetes, Terraform

Schöck Bauteile GmbH

Die Schöck Bauteile GmbH aus Baden-Baden ist Herz­stück und Zentrale der Schöck AG. Die inter­national agieren­de Unter­nehmens­gruppe be­schäftigt der­zeit rund 1.100 Mit­arbeitende an 19 Stand­orten und ist in 40 Märkten aktiv. Mit sechs Jahr­zehnten Er­fahrung in der Bau­zu­lieferer­branche liegt der Schwer­punkt des Unter­nehmens auf der Ent­wicklung und Her­stellung von Pro­dukten zur Ver­minderung von Wärme­brücken an aus­kragenden Bau­teilen, Lösungen zur Ver­meidung von Tritt­schall sowie thermisch tren­nende Fassaden­befestigungen und zeit­gemäßer Be­weh­rungs­technik.

Tragendes Wärmedämmelement: der Schöck Isokorb®
(Quelle: Schöck Bauteile GmbH)

Ausgangs­situation

Schöck Bauteile entwickelt einbau­fertige Bauelemente, die immer Teil des Tragwerks sind. Produkte wie der Isokorb® zur thermischen Trennung von Balkonen lassen sich deshalb nicht „von der Stange" kaufen: Die Auslegung hängt an Geometrie, Lasten und länder­spezifischen Normen, und Fehler in der Bemessung haben auf der Baustelle reale Folgen.

Die alte Schöck Desktop-Software unter­stützte Tragwerksplaner dabei nur eingeschränkt. Sie war statisch, ließ sich nicht zentral versionieren, und neue Produkte oder Updates einzupflegen war aufwendig. Beliebige Balkon­grund­risse konnte sie nicht berechnen: Wer einen nicht rechtwinkligen Balkon plante, musste auf kommerzielle Statik- und FE-Programme ausweichen und die Produkt­auswahl anschließend händisch treffen. Ein Medien­bruch, der Mehr­arbeit und Fehleranfälligkeit erzeugte und oft dazu führte, dass Produkte anderer Hersteller gewählt wurden.

Lösung

Wir haben Scalix® als webbasierte, modular aufgebaute Cloud-Applikation entwickelt – im agilen Team gemeinsam mit Schöck.

Cloud-Applikation mit flexibler Versionierung

Die Anwendung läuft in Microsoft Azure und wird direkt im Browser genutzt, ohne lokale Installation. Neue Produkte und Up­dates sind damit einfach integrierbar. Ein Projekt wird automatisch in der Release-Version geladen, in der es angelegt wurde – bei langlaufenden Bauprojekten erspart das versions­bedingte Nach­arbeiten.

Integrierte Frei­form­berechnung

Über ein Kräfte­modell auf Basis der Finite-Elemente-Methode bildet Scalix® jede beliebige Form ab. Die Werte fließen in einen Solver, der mit einer eigens entwickelten Heuristik die statisch und wirtschaftlich optimale Produkt­auswahl trifft. Weil Backend und Frontend klar getrennt sind, lässt sich der Rechen­kern auch in andere Planungs­software integrieren.

Mit der Finite-Elemente-Methode können auch Freiformen berechnet werden (Quelle: Schöck Bauteile GmbH)

Modularer Auf­bau er­mög­licht Skalierung

Heute bemisst Scalix® thermisch getrennte Balkon­anschlüsse, Attiken und Quer­kraft­dorne in Dehn­fugen. Weitere Module, angepasst auf Länder­spezifische Bau­vorschriften kommen schrittweise dazu.

Die Bemessungssoftware Scalix® ist modular aufgebaut (Quelle: Schöck Bauteile GmbH)

Weiterentwicklung: 
Scalix® 2.0

Seit dem Release ist Scalix® konti­nuierlich gewachsen. Das Major Release 2.0 im August 2026 brachte eine neue Cloud-Speicherung, CAD- und BIM-Links in mehreren Modulen sowie den CAD-Export kompletter Geometrien inklusive aller Isokörbe. Neu hinzu­gekommen ist das Modul Balkon Stahl – Stahlbeton, mit dem sich Stahl­balkon­anschlüsse an Stahl­beton­decken in 14 Ländern bemessen lassen, jeweils auf Basis der dort gültigen Zulassungs­grundlagen.
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Gemeinsam mit generic.de haben wir Scalix von einer nationalen Bemessungs­software zu einer internationalen Plattform mit mehreren spezialisierten Software­modulen entwickelt, die Ingenieure in mittlerweile 26 Ländern bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt.
Tim Haun
Product Owner Scalix®, Schöck Bauteile GmbH

Scalix® 2.0 (Quelle: Schöck Bauteile GmbH)

KI-gestützte Software­entwicklung

Seit Frühjahr 2026 entwickeln wir Scalix® KI-gestützt weiter. Dafür haben wir die Entwicklungsumgebung um drei Bausteine erweitert:

  • Ein Harness aus einem Set projektspezifischer Rules und Skills. Darüber arbeiten KI-Agenten kontrolliert und nach­vollziehbar an der Codebasis.
  • Ein Knowledge-Graph, der das Projekt- und Domänen­wissen rund um Scalix® maschinen­lesbar bereitstellt.
  • Automatisierte Quality Gates, die jeden Beitrag auf unsere Clean-Code-Standards prüfen, bevor er in die Codebasis gelangt.

Der Aufbau dieser Umgebung war Investitionsarbeit – und sie zahlt sich aus. Mit eingespieltem Setup erreicht das Team eine hohe Entwicklungs­geschwindigkeit, und die Quality Gates fangen den Tempo­gewinn kontrolliert ab, statt ihn in technische Schuld umzu­münzen. Genau darin liegt für uns der eigentliche Hebel: nicht schneller Code, sondern schneller guter Code. Wie sich Geschwindigkeit und Qualität zueinander entwickeln, bewerten wir gemeinsam mit Schöck laufend und messbar.

Ausblick: KI im Fachprozess

Baupläne KI-gestützt auslesen

Der nächste Schritt führt KI in den Fach­prozess selbst. Im Bausektor liegen viele Informationen noch nicht strukturiert digital vor: Trag­werks­planer tippen Balkon­geometrien bis heute aus Architekten-Etagen­plänen ab. Genau hier wird eine KI-gestützte Bild­erkennung ansetzen, die hoch­geladene Etagen­pläne ausliest, Balkone samt ihren Eigen­schaften erkennt und die Positionen in Scalix® automatisch anlegt – der Planer ergänzt dann nur noch die Last­an­nahmen. Das Feature geht in Kürze in den Beta-Test. Perspektivisch soll dieselbe Funktion auch Daten aus anderen Software­lösungen übernehmen und nach Scalix® überführen.

KI-ready durch MCP-Integration

Parallel loten wir mit Schöck aus, wie sich die bestehenden Bemessungs­funktionen über das Model Context Protocol (MCP) für KI-Agenten öffnen lassen. MCP beschreibt vorhandene Schnitt­stellen maschinen­verständlich und legt so eine semantische Schicht über die API, ohne die Architektur anzufassen. Der entscheidende Punkt dabei: Die Orchestrierung übernimmt der Agent, gerechnet wird weiterhin von der geprüften Scalix®-Logik. Aktuell befindet sich der Ansatz in der gemeinsamen Erprobung an einem Modul.

Dabei setzen wir gemeinsam auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und neuen Technologien, um unsere Software kontinuierlich weiter­zuentwickeln und unseren Anwendern noch smartere Lösungen zu bieten.
Tim Haun
Product Owner Scalix®, Schöck Bauteile GmbH

Warum generic.de?

Dass sich Scalix® heute für KI öffnen lässt, ist kein Zufall, sondern Ergebnis der Grund­lagen­arbeit von Anfang an: klare Trennung von Fachlogik, Datenhaltung und Ober­fläche, offene und dokumentierte Schnitt­stellen, gepflegte Stammdaten. Wir ent­wickeln unsere Software­lösungen seit 2010 konsequent nach Clean Code Development – ein Werte­system, das zu Quell­code mit hoher Lesbarkeit, Nach­voll­ziehbarkeit und Flexibilität führt. Ohne dieses Fundament wäre der spätere MCP-Schritt nicht ohne Weiteres möglich gewesen.
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Nora Legittimo
CHIEF DIGITAL OFFICER (ehem. CDO),
SCHÖCK BAUTEILE GMBH
Das klassische Bananen-Software-Problem – die Software reift beim Einsatz und beim Kunden – traf nicht zu. Dabei hat uns die Fokussierung im Vorfeld auf die Code-Qualität, die hinterher rauskommt, enorm geholfen.

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